Sonoff mit USB-Seriell-Adapter
Sonoff mit USB-Seriell-Adapter

Mit den W-LAN Schalter von Sonoff ist ein preisgünstiges Gerät verfügbar, das zur Hausautomation universell eingesetzt werden kann.

Der 230V Eingang ist sowohl Stromversorgung als auch Versorgungsspannung für den am Ausgang angeschlossenen Verbraucher. In dem kleinen Gehäuse ist der Microkontroller ESP8266 mit W-LAN verbaut. Das Gerät kann vielseitig zur gesteuerten Schaltung von Verbrauchern bis 10A eingesetzt und z.B. mit der Hausautomation fhem gekoppelt werden. Nicht so schön ist jedoch, dass das Gerät in seiner Standardkonfiguration mit den Servern des chinesischen Herstellers kommuniziert. In diesem Blogpost soll es darum gehen, wie dieses Verlangen zu bändigen ist. Möglich wird dies durch die umfangreiche Arbeit von Theo Arends, siehe Weiterführende Informationen.

Arbeitsschritte

  1. Serielle Anschlüsse herstellen
  2. Neue Firmware TASMOTA auf Microcontroller übertragen
  3. W-LAN-Schalter einrichten
  4. Konfiguration
  5. Einrichtung in fhem

Voraussetzungen

Zur Übertragung der Firmware wird benötigt:

1. Serielle Anschlüsse auf Sonoff herstellen

Auf dem Board des W-LAN-Schalters müssen die Anschlüsse für die serielle Kommunikation mit dem USB zu seriell Adapter hergestellt werden. Etwa in der Mitte des Boards befinden sich 4 Löcher, die entsprechend mit GND TX RX und VCC gekennzeichnet sind. Dort kann man die Anschlüsse mithilfe von Steckkontakten herstellen. Ich habe statt der Kontakte kleine Steckkäbelchen halbiert und eingelötet. Die Steckkäbelchen werden dann mit den Adapter entsprechend des Schaltplanes verbunden.

Schaltplan
Schaltplan Copyright: Theo Arends

2. Neue Firmware TASMOTA auf Microcontroller übertragen

Zuerst das USB-Kabel mit dem USB-Seriell-Adapter verbinden, aber den zweiten Stecker noch nicht an den Computer anschließen.
Der Sonoff enthält einen Taster. Damit das Gerät in den Flash-Modus versetzt wird, den Taster gedrückt halten und nun das USB-Kabel mit dem Computer verbinden.

  • USB-Gerät im Terminal ermitteln ls -la /dev
  • Folgenden Befehl zum Übertragen der Firmware ausführen
    esptool --port /dev/ttyUSB0 write_flash -fs 1MB -fm dout 0x0 sonoff.bin
    Dabei ggf. /dev/ttyUSB0 entsprechend der Ausgabe von ls -la /dev anpassen. Möglicherweise muss ein Pfad zur Firmware sonoff.bin angegeben werden.

Die Ausgabe könnte so lauten:

esptool.py v2.1
Connecting....
Detecting chip type... ESP8266
Chip is ESP8266
Enabling default SPI flash mode...
Configuring flash size...
Erasing flash...
Took 5.78s to erase flash block
Wrote 520192 bytes at 0x00000000 in 56.8 seconds (73.2 kbit/s)...

Leaving...
Hard resetting...

Nun kann die USB-Verbindung zum Computer und die Verbindung zwischen Adapter und Sonoff getrennt werden.

3. W-LAN-Schalter einrichten

  • 230V am Eingang des Sonoff anschließen,
  • Der Schalter meldet sich mit einem WLAN-Accesspoint sonoff-nnnn
  • Nun Handy oder Computer mit dem sonoff WLAN-AP verbinden
  • Per Webbrowser http://192.168.4.1 aufrufen
  • Die WLAN-Zugangsdaten des Hausnetzes eingeben, speichern und neu starten
  • IP des Schalters im Haus-WLAN suchen und mit Schalter via Browser verbinden
  • Nun kann man eine Testschaltung machen

Sonoff Interface
Sonoff Interface

4. Konfiguration

  • In dem Web-Interface Configuration aufrufen
  • Via Configure WiFi können optional Zugangsdaten für ein zweites WLAN eingegeben werden
  • Unter Configure Other ist die Einrichtung einer Zugangsbeschränkung mit Benutzer und Passwort möglich
  • Via Configure MQTT wird die Verbindung zur Hausautomation eingerichtet
    • IP und Port des MQTT-Servers eintragen
    • User und Password des MQTT-Servers eintragen
    • Voreingestelltes Topic sonoff ersetzen mit DVES_%06X
    • Full Topic Voreinstellung beibehalten
  • Template einstellen auf Sonoff Basic (1)

5. Einrichtung in fhem

  • MQTT2_SERVER auf autocreate simple stellen
  • Schalter muss nun als neues MQTT2_DEVICE gelistet werden
  • Template einstellen via set attr Template A_01a_tasmota_basic
  • fhem neu starten shutdown restart

Ich hoffe diese Anleitung ist hilfreich und trägt ein wenig zur digitalen Souveränität bei.

Weiterführende Informationen