Kirche Südstern Berlin/ Bearbeitung J.Sorge(Bild: Kirche Südstern Berlin/ c. und Bearbeitung J.Sorge)

Ich möchte hier versuchen einige persönlichen Wünsche an digitale Kirche Stichpunktartig aufzulisten. Dabei verstehe ich mich selbst als Lernender und bin für Anregungen und Hinweise dankbar. Die Bezeichnung Digitale Kirche ist problematisch, ich benutze sie dennoch, weil sich dieses Hashtag im Zusammenhang von Kirche und Digitalisierung etabliert hat. Die Spannweite der Positionen auf Ebene der Landeskirchen scheint extrem zu sein. So gibt es Landeskirchen, die noch gar keine verbindliche Position zur Digitalisierung bestimmt haben und andere, die umfassende Anforderungen erfragten, Workflows zur Verarbeitung definierten und konkrete Software-Entwicklung beauftragen. Die folgende Liste müsste sicher besser strukturiert werden.

Kommunikation

  • Erreichbarkeit aller Pfarrer*Innen, Seelsorger, kirchlicher Einrichtungen und Ämter per PGP-Verschlüsselter E-Mail
  • Kurznachrichtendienste XMPP oder Matrix über Kircheneigene Server
  • Offene, trackingfreie W-LAN-Hotspots an Kirchen und Gemeindehäusern
  • Kirchliche Organisation und Themenorientierte Arbeit über Software die Privatsphäre respektiert, nicht via WhatsApp, Facebook-Gruppen etc.
  • Terminvereinbarungen, Kontakte, Textdokumente über vertrauenswürdige Software, nicht bei Anbietern wie Apple, Google, Facebook, Microsoft etc.

Information

  • PR, Veröffentlichungen, Videobotschaften etc. zuerst auf offenen Plattformen, nicht in exklusiven wie z.B. Facebook, Twitter etc. (dort nur als “Zweitverwertung”)
  • Leichter Zugang, z.B. über trackingfreie Apps, zu ALLEN Gottesdienst- und Veranstaltungsterminen aller Landeskirchen
  • Lückenloser Eintrag von Kirchen und Gemeinden auf OpenStreetMap
  • QR-Code mit Link auf die Kirchengemeindewebseite an jeder Kirchentür/ Schaukasten

In den Ämtern und Verwaltungen

  • Verbindliche Nutzung des Offenen Dokumenten Standard
  • Keine Weitergabe von Word-Dokumenten oder Formulare, stattdessen online oder barrierefreie PDF-Dokumente
  • Nutzung offener kollaborativer Systeme, z.B. GroupWare, Etherpad, Nextcloud mit Collabora oder OnlyOffice, nicht jedoch mit Google-Docs, Office365 o.ä.
  • Digitale Nachhaltigkeit, ähnlich der FairTrade Initiativen für z.B. Kaffee, auch für Software
  • OpenData für Verwaltungsvorgänge etc.
  • Anwendung von Free and Open Source Software kurz FOSS gemäß der Grundlage Public Money - Public Code
  • Verzicht auf Tracker und Analysetools von Facebook, Google etc. bei Webseiten, Apps, IT-Systemen
  • Verfügbarkeit Kirchlicher Apps für Android im F-Droid-Store
  • Unterstützung von OpenSource Software-Entwicklern für Barrierefreiheit
  • Unterstützung von OpenSource Software-Entwicklern für freie iOS-Apps (XMPP)
  • Kirchensteuern nicht für Lizenzen proprietärer Software, wenn ähnliche OpenSource-Alternativen vorhanden (z.B. Nextcloud/Collabora statt Office365, LibreOffice Writer statt Microsoft Word etc.)

In den Gemeinden

  • Veranstaltungen zu digitaler Selbstbestimmung und dem Schutz der Privatspäre
  • Handreichungen, Veranstaltungen und IT-Lösungen für Gemeinden
  • Nextcloud-Zugang o.ä. auch für Gemeindeglieder, um persönliche Termine, ToDo-Listen etc. Trackingfrei nutzen zu können
  • Kompetenzvermittelung zum gegenseitigen Verifizieren von PGP, Matrix oder XMPP Schlüsseln

Vielleicht kann diese Liste ein paar Denkanstöße geben.

(Wenn ich hier Software-Alternativen nenne, dann weil sie beispielhaft für Anforderungen gelten, die mit nachhaltig, transparent, inklusiv usw. beschrieben werden können. Sicher gibt es weitere gute Alternativen, die mir noch nicht bekannt sind.)

Gedanken dazu können gern in diesen Matrix-Raum geschrieben werden.
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